GALERIE GMÜND

 

 

Die Galerie Gmünd stellt seit fünfundzwanzig Jahren ein Herzstück der Kulturarbeit der Kulturinitiative Gmünd dar. Untergebracht in einem ehemaligen Stallgebäude inmitten der Altstadt versteht sich die Galerie Gmünd als Plattform für junge, zeitgenössische bildende Kunst, die Ausstellungen an diesem besonderen Ort wollen den BesucherInnen aktuelle Tendenzen in der österreichischen und internationalen Kunstszene näherbringen. Dabei haben klassische Gattungen wie Malerei und Grafik ebenso ihren Platz wie Installationen und Cross-over-Darbietungen, Plastik oder konzeptuelle Positionen. Die KünstlerInnen haben die Möglichkeit, das besondere architektonische Umfeld der Galerie, die Stadelarchitektur mit offenem Dachstuhl, die dunkelgrauen, groben Natursteinwände und auch den schönen Hof des Gebäudes in die Ausstellungsgestaltung miteinzubeziehen. Durch die Einbindung des Außenraumes in den Galeriebetrieb werden BesucherInnen auf die Galerieräumlichkeiten aufmerksam gemacht und die Öffentlichkeit noch mehr in den zeitgenössischen Kunstbetrieb eingebunden. Das Programm der Galerie Gmünd wird von der Dolomitenbank gefördert.

Die auf zeitgenössische Kunstpositionen spezialisierte Galerie Gmünd in der Hinteren Gasse präsentiert 2020 zwei herausragende, bereits mehrfach ausgezeichnete, junge Künstlerpersönlichkeiten: LARISSA LEVERENZ (D) malt, zeichnet, druckt und collagiert mit liebevollem Detailreichtum, MOUSSA KONE (A) beeindruckt mit fein konstruierten Zeichnungen.


LARISSA LEVERENZ
Malerei & Zeichnung

Ausstellungsbeginn: SA, 31.Mai 2020, zu sehen täglich bis 28. Juli 2020, von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr

Larissa Leverenz entführt die Betrachter in eine Welt von surrealer, fremder Schönheit. In ihren Werken finden wir Vertrautes ebenso wie Surreales. Ihre Inspiration entnimmt sie dem Alltag, ihrer Kindheit, ihren Träumen und Ängsten. Gleich einer Regisseurin ordnet Leverenz in ihren Bildräumen Alltägliches und Sonderbares. Gegenüber stehen sich einerseits die unbekannten Weiten des Kosmos gleich einem Sehnsuchtsraum und andererseits eben alltägliche Gegenstände, die die Präsenz der Menschen verdeutlichen.

Geboren 1978 in Köln, studierte Larissa Leverenz an der FH-Münster für Design und danach von 2005 bis 2010 an der Universität für Angewandte Kunst in Wien; Seit 2011 arbeitet sie als Senior Artist an der Universität für Angewandte Kunst Wien in der Abteilung Grafik & Druckgrafik; zahlreiche Auszeichnungen, Publikationen, Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen.


www.larissaleverenz.com

 

 

Santa Barbara Bendita, Tusche und Aquarell auf Papier, 76 x 56 cm, 2020

MOUSSA KONE
Zeichnung & Grafik
Ausstellungsbeginn: SA, 1. August 2020, zu sehen täglich bis 11. Oktober 2020, 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr


Der österreichische Zeichner Moussa Kone war im Juni und Juli 2020 eingeladener Gastkünstler in der Altstadtgalerie Gmünd. Die detailreichen Tuschezeichnungen, die in dieser Zeit entstanden, werden ab Samstag, dem 1. August 2020 in der Ausstellung „confluence (tribute)“ in der Galerie Gmünd gezeigt.

Während des Lockdowns der Covid-19-Krise begann Moussa Kone in Wien an der Serie „The Vital Force“ zu arbeiten. Die hoch-aktuellen Werke erzählen vom Umgang unserer Gesellschaft mit ihren Ressourcen. Die Serie fand in Gmünd ihre Fortsetzung, wo zahlreiche Referenzen auf historische Begebenheiten vom Künstler in die bühnenhaften Zeichnungen integriert wurden. Fragmente von Figuren aus den mittelalterlichen Fresken des Ossariums wurden in die neuen Werke übertragen und zu neuem Leben erweckt. Lokale architektonische Elemente spielen in den Werken ebenso eine Rolle wie Denkmäler neu interpretiert werden oder die Kulturlandschaft des Maltatals zitiert wird. Kone schafft eine Verbindung von der Zeichnung in den Realraum und fordert die BetrachterInnen dazu heraus, sich auf die Spuren jener Figurengruppe zu begeben, die geschlossen durch die Bilderserie wandert.

Im Obergeschoss der Galerie werden Arbeiten des Künstlers gezeigt, in denen das Buch als Kunstobjekt im Mittelpunkt steht. Großformatige Zeichnungen, angelegt als Druckbögen von Büchern, die nie gedruckt wurden, ergänzen aufliegende Bücher des Künstlers, die in die Hand genommen und gelesen werden können. Selbstportraits und Textzeichnungen auf Pergament spannen den Bogen vom mittelalterlichen Artefakt zum digitalen Selfie, in einer Selbstreflexion, gezeichnet auf Haut.

Moussa Kone arbeitet im Medium der Zeichnung. Harte Kontraste bestimmen seine Bilder in einem Wechsel aus positiven und negativen Formen. Der sparsame Einsatz von Aquarellfarben setzt dabei Akzente. Ein wesentliches Merkmal seiner Kunst sind homogen schraffierte dunkle Flächen, die „sich wie Schrift in Zeilen aufbauen“ (Kone). Der Künstler beschäftigt sich zudem mit den Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Kunst, wie etwa mit den Projekten Kunstklappe und Art Critics Award, und publizierte zahlreiche Künstlerbücher.

Geboren 1978 in Scheibbs, besuchte Moussa Kone von 1999 bis 2003 die Universität für Angewandte Kunst in Wien und lebte anschließend in Berlin. 2009 erhielt er den Strabag Art Award und das Staatsstipendium für Bildende Kunst, war Artist in Residence am ISCP New York und wurde 2013 mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis ausgezeichnet. Zahlreiche Publikationen, Kunstprojekte, Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Er lebt und arbeitet heute in Wien.


Die Ausstellung „confluence (tribute)“ von Moussa Kone ist ab dem 1. August in der Galerie Gmünd zugänglich. Wegen Covid-19 wird auf eine Vernissage verzichtet, der Künstler führt an diesem Tag zwischen 11 und 14 Uhr kleine Gruppen persönlich durch die Schau.

Mehr Informationen auf www.moussakone.com


 

JAHRESRÜCKBLICK 2019


GERLINDE THUMA

Malerei & Grafik

Vernissage: FR, 10. Mai 2019, 20.00 Uhr, zu sehen täglich bis 30. Juli 2019, 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr

 

Gerlinde Thuma, geboren 1962 in Wien, lebt und arbeitet in Niederösterreich nahe Wien. Sie hat von 1981 bis 1988 Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Maria Lassnig studiert und mit Diplom abgeschlossen. Seither ist sie auf den Gebieten Malerei, Grafik, Skulptur, Land-Art, Animationsfilm und Bühnenbild tätig. „Inhaltlich und formal befasse ich mich mit dem Thema Zeit und der Unterschiedlichkeit in der Wahrnehmung, der Diskrepanz zwischen objektivem und subjektivem Zeitempfinden. So z. B. in der zeitversetzten (Auf-) Zeichnung eines Gegenstands und der Wiederholung selbst als kleinstmöglicher Serie. Wesentlich ist dabei zu welchem Zeitpunkt eine Veränderung und deren Bedeutung wahrnehmbar wird.” Für die Ausstellung in Gmünd entwickelte die Künstlerin sowohl Arbeiten für die Innenräume des Ausstellungshauses als auch für den Außenbereich der Galerie Gmünd.

www.gerlindethuma.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LAURIEN BACHMANN

Experimentelle Kunst, Fotografie
Vernissage: SA, 03. August 2019, 11.00 Uhr, zu sehen bis 29. September 2019

"when the earth folds" - Wenn sich Landschaften in Falten Legen

Laurien Bachmann präsentierte in ihrer Ausstellung „when the earth folds“ künstlerische Arbeiten, die sich thematisch entlang diverser Grenzen bewegen. Nach „Diverse Heimat”, einer Serie, in der es um die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit in gefundenem fotografischen Material geht, setzt sie sich in ihrem aktuellen Projekt „Continental Drift” fotografisch, filmisch und installativ mit der Verschiebung der südamerikanischen Kontinentalplatte auseinander. Dabei werden die geografischen Grenzen, die von einer vermeintlich starren Erde ausgehen, in Bezug zu den sich tief unter der Erde, in permanenter Bewegung befindenden Platten gesetzt. Diese führen auf lange Sicht gesehen unsere von Menschen geschaffenen Grenzen ad absurdum und ziehen uns sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Die Wahrnehmung von Raum und bestimmten Orten sowie persönliche und kollektive Erinnerungen stellen in Bachmanns Arbeitsweise wiederkehrende Ausgangspunkte dar. Die Künstlerin Laurien Bachmann, geboren 1992 in Gmünd in Kärnten, schloss 2017 ihr Studium Experimentelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz ab. 2012 gewann sie den Bank Austria Kunstpreis Kärnten, absolvierte im Laufe ihres Studiums Auslandssemester an der UDK Berlin sowie an der EKA Tallinn, wurde für das Ö1 Talentestipendium für Bildende Kunst 2017 nominiert und beteiligt sich laufend an Ausstellungen im In- und Ausland. Laurien Bachmann lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Linz. Zur Ausstellung sprach die Autorin Sarah Rinderer.

Die Ausstellung war bis 29. Sept. 2019, täglich von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr, zu sehen.


www.laurienbachmann.com

 

 

JAHRESRÜCKBLICK 2018

 

Die auf zeitgenössische Kunstpositionen spezialisierte Galerie Gmünd wird seit vielen Jahren erfolgreich von der Kulturinitiative Gmünd betrieben. 2018 wird sie von zwei KünstlerInnen bespielt, die sich auf sehr unterschiedliche Weise den traditionellen Medien Skulptur und Zeichnung anzunähern wissen. Der erfolgreiche, österreichische Bildhauer MARKUS HOFER (A) präsentiert in der ersten Ausstellung Alltagsgegenstände, die durch gezielte Eingriffe so verändert werden, dass uns das Betrachten dieser Dinge an den Umständen der Wirklichkeit zweifeln lässt. Zwar nur für eine kurze Zeit, aber genau diese Momente der Irritation sind ein wesentlicher Bestandteil in den Objekten von Markus Hofer. Die junge, erfolgreiche Kärntner Künstlerin BIRGIT PLESCHBERGER (A) zeichnet mit Leidenschaft. Die Natur steht dabei in ihren teils realistischen, teils nur umrisshaft angedeuteten Zeichnungen im Mittelpunkt. In Gmünd zeigt sie Arbeiten aus ihrer neuen Serie „life lines“, die ihre Suche nach noch mehr Abstraktion und damit Freiheit im Schaffen eindrucksvoll manifestiert.

 

 
 Markus Hofer, Brüssel macht Europa, Kunststoff, Holz, Metall, Spachtelmasse, Lack, 2013

MARKUS HOFER

Skulpturen

Vernissage: MI, 9. Mai 2018, 20.00 Uhr, zu sehen bis 01. August 2018

Markus Hofer, geb. 1977 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich, ist ein österreichischer Bildhauer. Nach dem Besuch der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und der Kunsthochschule Berlin-Weissensee studierte und diplomierte Markus Hofer an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli. Markus Hofer war der erste Künstler, der von der Albertina, Wien, zur Ausstellungsreihe „Intervention“ eingeladen wurde. Seine Werke wurden ebenfalls im Belvedere in Wien, der Kunsthalle Krems, im Museum Würth in Deutschland und anderen Institutionen gezeigt.

Das Instrumentarium, mit dem Hofer den uns vertrauten Gegenständen und Umgebungen zu Leibe rückt, ist das der Intervention. Wo und in welchem Maß er sie einsetzt, behält sich der Künstler selbst vor. Der öffentliche Raum wird ebenso bespielt wie der private. Bereits existierende, von Hofer sorgfältig ausgewählte Objekte werden durch seine bildhauerischen Eingriffe einer neuen Bedeutungsebene zugeführt. Es werden dabei unsere gewohnten Wahrnehmungsschemata nicht nur umgedreht, sondern auch erweitert und in einen neuen Kontext gesetzt. Kaum jemand betrachtet Alltagsgegenstände aus einem formal-ästhetischen Gesichtspunkt - außer Markus Hofer -, den als Bildhauer vor allem die äußere Form interessiert.


 

BIRGIT PLESCHBERGER

Malerei

Vernissage: SA, 04. August 2018, 11.00 Uhr, zu sehen bis 30. September 2018

 

Birgit Pleschberger, 1978 in Villach geboren, studierte Kunst und Kunsterziehung am Mozarteum Salzburg bei Prof. Ruedi Arnold und diplomierte 2003. Sie lebt und arbeitet in Innsbruck. Die Künstlerin hat zahlreiche Preise erhalten, etwa 2013 den Kunstpreis der Volksbank Kärnten, 2009 den Förderpreis des Landes Salzburg und 2007 einen Anerkennungspreis des STRABAG Artaward. Arbeitsstipendien führten Pleschberger nach Berlin (2011, Atelier des Landes Salzburg), Paris (2006), Budapest (2004) und Kroatien (2002), zudem erhielt sie das Slavi-Soucek-Arbeitsstipendium des Landes Salzburg (2003), das Arbeitsstipendium „artists in recidence“, Bildungshaus St. Virgil 2002 und ein Stipendium an der Sommerakademie Salzburg 1999 und war als Assistentin an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Klasse Yi Chen 2007 und 2008 tätig. Ihre Arbeiten finden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Kunstsammlungen, etwa der Sammlung des Landes Salzburg, im Museum Moderner Kunst Kärnten, im Bundeskanzleramt oder in der STRABAG Artcollection.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass ich meine künstlerische Sprache vorwiegend im Bereich der Zeichnung gefunden habe, in der Klarheit und Direktheit der Linie sowie deren Unverfänglichkeit liegt für mich eine große Anziehungskraft. Ich arbeite hierbei meist mit Schwarzkreide, verwende nur selten und dezent Farbe und häufig setzen sich meine Arbeiten aus mehreren Einzelteilen zusammen. Fotografie, Installation sowie Video sind für mich eine wichtige Komponente, die meine grafische  Arbeit immer wieder ergänzen oder auch einmal die Hauptrolle übernehmen können. Sehr lange hat die menschliche Figur eine tragende Rolle in meinen Arbeiten gespielt, ein immer wiederkehrendes Motiv war hierbei jahrelang der Mensch als Marionette. Grund ist vielleicht der, dass es für mich so am leichtesten war, mir wichtige Themen wie zwischenmenschliche und gesellschaftliche Gefüge zu Papier zu bringen. Hier spielte der Mensch in sozialen Gefügen eine Rolle, seine Abhängigkeit und Hilflosigkeit, aber auch seine (Handlungs-)Macht und Freiheit. In den letzten Jahren begann dann die Natur eine größere Gewichtung für mich zu bekommen. Bäume, realistisch oder umrisshaft gezeichnet, Vögel, Blumen… Neue Motive, die ein gar nicht ganz so neues Thema zu streifen versuchen. Nur die Perspektive darauf hat sich verändert. Die Sehnsucht nach mehr Abstraktion und damit mehr Freiheit im Schaffen manifestiert sich in der neuen Serie „life lines“. Hier lasse ich Mensch wie Natur beiseite und konzentriere mich mehr auf das weniger Sichtbare dazwischen. Ein spannender Weg auch für mich selbst.“ (Birgit Pleschberger)

 

Liste der Künstler/innen in der Galerie Gmünd von 1993 bis 2019

 

 


CKBLICK 2017:

 

 

 

 

 

 

 

MARTINA TSCHERNI
Zeichnungen, Malerei | Österreich, Mai bis Anfang August 2017

Durch die sensible Verknüpfung von Zeichnung und Stickerei entstehen bei Martina Tscherni aus akribischer Betrachtung resultierende Arbeiten, die von ihrer natürlichen Umgebung isolierte Elemente aus Flora und Fauna wiedergeben. In der Natur findet Tscherni die Motive für ihre Zeichnungen: Anatomisch korrekte Illustrationen von Gehirnwindungen, starke Vergrößerungen mikroskopisch kleiner Lebewesen und mächtige Bergsilhouetten, ineinander verwoben und die Bildfläche netzartig
überziehend. Auf monumentalen, 20 Meter langen Papierrollen breitet sich der unbegrenzte Formenreichtum von Organismen vor dem Betrachter aus – die Zeichnungen faszinieren dabei durch Detailreichtum und Präzision. Garn und Faden verlängern und vervollständigen bisweilen die Zeichnungen von Martina Tscherni und geben ihnen einen dreidimensionalen Charakter. Die gebürtige Tirolerin ist Absolventin der Meisterklassen für Tapisserie und Grafik an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien. Sie ist unter anderem Preisträgerin des STRABAG Bauholding Kunstförderpreises (2000) und des 33. Österreichischen Grafikwettbewerbs (2013). Martina Tscherni lebt und arbeitet in Wien. 


Die Ausstellung ist bis 2. August 2017 täglich von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.

 

 


AURELIA GRATZER & CHRISTOPH SCHIRMER

Zeichnungen, Malerei | Österreich, August bis Oktober 2017 

Aurelia Gratzer gehört zu einer Generation, deren Sehgewohnheiten von Fotografie, Film und Computerbild geprägt sind. Statt aber mit Videokamera oder Bildprogramm zu arbeiten, um uns so in fiktive, digitale Welten zu führen, nutzt sie entschlossen Leinwand, Pinsel und Farbe, bleibt damit der menschlich-körperlichen Welt verbunden. Sie greift digitale Sehgewohnheiten auf und nutzt sie zur eigenen malerischen Versuchsanordnung: Das Vermögen, die Wirklichkeit abzubilden, wird malerisch zurückerobert. (Ralf Borchard)

Christoph Schirmers aktuelle Bilder zeugen von einer Konzentration auf den Malprozess und die präzise Form. Außermalerische Referenzen, wie vor allem digitale Medien, Computergrafikprogramme mit Zeichen und Figuren, die in den Jahren zuvor entscheidende Aspekte der Bildkonzeption bei Schirmer waren, sind nun ausgespart. Intuitiv entwickelt der Künstler jedes Bild für sich, freie malerische Gesten füllen Bezirke auf der Leinwand auf, werden in strenge Flächensegmente eingefasst oder schweben frei darüber. Spitz zulaufende Vektoren überlagern ovoide Elemente, Negativ- und Positivform changieren. Die Freiheit der spontanen Geste wird gebremst und kanalisiert durch die rationale Konstruktion der Geometrie. Ein hybrides System macht sich breit, ohne einer bestimmten Formel zu erliegen. (Florian Steininger)

Zur Ausstellung: MMag. Julia Schuster, STRABAG Kunstforum

Vernissage: SA, 05. August 2017, 11.00 Uhr
Bei freiem Eintritt zu sehen bis 01. Oktober 2017, täglich von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr


Markus Hofer, Brussels makes Europe, 2013
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