HOLZFALTATELIER GMÜND | AiR

 

 

 

Mit dem neuen Holzfaltatelier Gmünd, einem im Vorjahr mit großzügiger Unterstützung der Firma Hasslacher Norica Timber in Leichtbauweise errichteten Holzatelier für Bildhauerinnen und Bildhauer, ist ein langersehnter Wunsch des verstorbenen Gründungsvaters der Kulturinitiative, Heinz Miklautz, in die Realität umgesetzt worden. Das architektonisch eindrucksvolle Atelier vor den Toren des Maltators und der Gmünder Altstadt ist zugleich Ausstellungs- und Arbeitsort für Bildhauer und Designer. Hier darf gehobelt, gesägt, gelärmt und gestaubt werden. 2018 als Gastkünstler in das neue Holzfaltatelier Gmünd eingeladen sind GIORGIO BENEDETTI (I), friulanischer Holzbildhauer mit zahlreichen Verbindungen nach Kärnten, der hier für sechs Wochen sein Atelier aufschlagen wird, sowie MICHAEL PUNZ (A), frisch gebackener Absolvent der Meisterklasse für Bildhauerei in Hallstatt, der von Anfang Juli bis September das neue Gastatelier für seine künstlerische Arbeit mit Holz nutzen wird.




 

GIORGIO BENEDETTI

Bildhauer, Italien | Artist in Residence von Anfang von Mitte Mai bis Ende Juni 2018




MICHAEL PUNZ
Bildhauer, Österreich | Artist in Residence von Anfang Juli bis Ende September 2018





 

 RÜCKBLICK 2017:



 


 

JOHANN JOWI WIELTSCH

Holzbildhauer, Österreich | Artist in Residence von Anfang Juni bis Ende September 2017

Der Künstler Johann Wieltsch aus Fürnitz ist seit 20 Jahren als Holzbildhauer tätig. Die ersten Arbeiten damals waren Heiligenfiguren, rustikale Holzdecken und Reliefs. Von der Formensprache her bewegte er sich anfangs also vorrangig auf gegenständlichem und volkstümlich vertrautem Terrain; eine ausgesprochen wichtige Phase, in der er sich die für weiterführende Entwicklungsstufen unumgängliche solide Handwerksbasis erarbeiten konnte. Neuen Raum für seine künstlerische Arbeit schuf er sich in seiner 2004 eröffneten Ateliergalerie im Heimatort Fürnitz. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Bildhauer Heinz Hengl, ließ Johann Wieltsch ebendort eine fruchtbare Symbiose zur seit 2007 geführten Galerie Woodstone heranwachsen. Logische Folge seines stetigen Dranges nach Auseinandersetzung mit Figur, Form und Material war das konstante Wachsen seines eigenen bildhauerischen Vokabulars, welches sich in kraftvollen Skulpturen und Plastiken eindrucksvoll manifestiert. Um seinen persönlichen und auch den unterschiedlichen Ansprüchen der jeweils speziellen Formgebung und angestrebten Gesamtwirkung seiner Objekte gerecht zu werden, erweiterte er die Palette der verwendeten Rohstoffe um Stein, Glas und Metall. Auf seine innere Spontaneität vertrauend geht der Bildhauer ohne Vorskizze in den Schaffensprozess eines Werkes hinein und lässt sich dabei in teilweise wochenlangen Be- und Überarbeitungsphasen von seiner Phantasie und seinen Gefühlen leiten. Neben einer bewussten Steuerung der theoretischen Überlegungen und technischen Verarbeitungsvorgänge gibt er auch dem Zufall genügend Raum; so verschmelzen schlussendlich die Resultate der einzelnen Arbeitsschritte zu einer, nicht selten auch überraschenden, neuen Harmonie. Teils archaisch unnahbar, teils anziehend graziös wirken seine Körper- und Naturfigurationen. Loslösend von der oberflächlich geschauten und rein abbildenden Form und Struktur arbeitet sich Johann Wieltsch frei und lässt sich, wohlwollend beeinflusst vom Eigenleben des jeweiligen Materials, auf spannende Reduktionen und Metamorphosen ein. So erleben wir seine Figuren eben auf das Wesentliche reduziert, aber trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, in einer lebendigen Seelenhaftigkeit, die den Drang in uns weckt, sie zu berühren und zu streicheln, sie kennen zu lernen und zu spüren. Die Kunstwerke von Johann Wieltsch sind Ausdruck der Gefühle des Künstlers, Ausdruck auch des Zeitgeistes, Spiegelbild der Gesellschaft, Brücke zwischen dem Rationalen und dem Irrationalen.

Die Eröffnung des Holzfaltateliers Gmünd fand am 7. Juli 2017 statt.

Fotos von der Eröffnung


 


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