GALERIE GMÜND


ZEITGENÖSSISCHE KUNSTAUSSTELLUNGEN

 

 

Die Galerie Gmünd stellt seit zwanzig Jahren ein Herzstück der Kulturarbeit der Kulturinitiative Gmünd dar. Untergebracht in einem ehemaligen Stallgebäude inmitten der Altstadt versteht sich die Galerie Gmünd als Plattform für junge, zeitgenössische bildende Kunst, die Ausstellungen an diesem besonderen Ort wollen den BesucherInnen aktuelle Tendenzen in der österreichischen und internationalen Kunstszene näherbringen. Dabei haben klassische Gattungen wie Malerei und Grafik ebenso ihren Platz wie Installationen und Cross-over-Darbietungen, Plastik oder konzeptuelle Positionen. Die KünstlerInnen haben die Möglichkeit, das besondere architektonische Umfeld der Galerie, die Stadelarchitektur mit offenem Dachstuhl, die dunkelgrauen, groben Natursteinwände und auch den schönen Hof des Gebäudes in die Ausstellungsgestaltung miteinzubeziehen. Durch die Einbindung des Außenraumes in den Galeriebetrieb werden BesucherInnen auf die Galerieräumlichkeiten aufmerksam gemacht und die Öffentlichkeit noch mehr in den zeitgenössischen Kunstbetrieb eingebunden. Das Programm der Galerie Gmünd wird von der Dolomitenbank gefördert.


Die auf zeitgenössische Kunstpositionen spezialisierte Galerie Gmünd wird seit vielen Jahren erfolgreich von der Kulturinitiative Gmünd betrieben. 2018 wird sie von zwei KünstlerInnen bespielt, die sich auf sehr unterschiedliche Weise den traditionellen Medien Skulptur und Zeichnung anzunähern wissen. Der erfolgreiche, österreichische Bildhauer MARKUS HOFER (A) präsentiert in der ersten Ausstellung Alltagsgegenstände, die durch gezielte Eingriffe so verändert werden, dass uns das Betrachten dieser Dinge an den Umständen der Wirklichkeit zweifeln lässt. Zwar nur für eine kurze Zeit, aber genau diese Momente der Irritation sind ein wesentlicher Bestandteil in den Objekten von Markus Hofer. Die junge, erfolgreiche Kärntner Künstlerin BIRGIT PLESCHBERGER (A) zeichnet mit Leidenschaft. Die Natur steht dabei in ihren teils realistischen, teils nur umrisshaft angedeuteten Zeichnungen im Mittelpunkt. In Gmünd zeigt sie Arbeiten aus ihrer neuen Serie „life lines“, die ihre Suche nach noch mehr Abstraktion und damit Freiheit im Schaffen eindrucksvoll manifestiert.

 

 
 Markus Hofer, Brüssel macht Europa, Kunststoff, Holz, Metall, Spachtelmasse, Lack, 2013

MARKUS HOFER

Skulpturen

Vernissage: MI, 9. Mai 2018, 20.00 Uhr, zu sehen bis 01. August 2018

Markus Hofer, geb. 1977 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich, ist ein österreichischer Bildhauer. Nach dem Besuch der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und der Kunsthochschule Berlin-Weissensee studierte und diplomierte Markus Hofer an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli. Markus Hofer war der erste Künstler, der von der Albertina, Wien, zur Ausstellungsreihe „Intervention“ eingeladen wurde. Seine Werke wurden ebenfalls im Belvedere in Wien, der Kunsthalle Krems, im Museum Würth in Deutschland und anderen Institutionen gezeigt.

Das Instrumentarium, mit dem Hofer den uns vertrauten Gegenständen und Umgebungen zu Leibe rückt, ist das der Intervention. Wo und in welchem Maß er sie einsetzt, behält sich der Künstler selbst vor. Der öffentliche Raum wird ebenso bespielt wie der private. Bereits existierende, von Hofer sorgfältig ausgewählte Objekte werden durch seine bildhauerischen Eingriffe einer neuen Bedeutungsebene zugeführt. Es werden dabei unsere gewohnten Wahrnehmungsschemata nicht nur umgedreht, sondern auch erweitert und in einen neuen Kontext gesetzt. Kaum jemand betrachtet Alltagsgegenstände aus einem formal-ästhetischen Gesichtspunkt - außer Markus Hofer -, den als Bildhauer vor allem die äußere Form interessiert.


 

BIRGIT PLESCHBERGER

Malerei

Vernissage: SA, 04. August 2018, 11.00 Uhr, zu sehen bis 30. September 2018

 

Birgit Pleschberger, 1978 in Villach geboren, studierte Kunst und Kunsterziehung am Mozarteum Salzburg bei Prof. Ruedi Arnold und diplomierte 2003. Sie lebt und arbeitet in Innsbruck. Die Künstlerin hat zahlreiche Preise erhalten, etwa 2013 den Kunstpreis der Volksbank Kärnten, 2009 den Förderpreis des Landes Salzburg und 2007 einen Anerkennungspreis des STRABAG Artaward. Arbeitsstipendien führten Pleschberger nach Berlin (2011, Atelier des Landes Salzburg), Paris (2006), Budapest (2004) und Kroatien (2002), zudem erhielt sie das Slavi-Soucek-Arbeitsstipendium des Landes Salzburg (2003), das Arbeitsstipendium „artists in recidence“, Bildungshaus St. Virgil 2002 und ein Stipendium an der Sommerakademie Salzburg 1999 und war als Assistentin an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Klasse Yi Chen 2007 und 2008 tätig. Ihre Arbeiten finden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Kunstsammlungen, etwa der Sammlung des Landes Salzburg, im Museum Moderner Kunst Kärnten, im Bundeskanzleramt oder in der STRABAG Artcollection.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass ich meine künstlerische Sprache vorwiegend im Bereich der Zeichnung gefunden habe, in der Klarheit und Direktheit der Linie sowie deren Unverfänglichkeit liegt für mich eine große Anziehungskraft. Ich arbeite hierbei meist mit Schwarzkreide, verwende nur selten und dezent Farbe und häufig setzen sich meine Arbeiten aus mehreren Einzelteilen zusammen. Fotografie, Installation sowie Video sind für mich eine wichtige Komponente, die meine grafische  Arbeit immer wieder ergänzen oder auch einmal die Hauptrolle übernehmen können. Sehr lange hat die menschliche Figur eine tragende Rolle in meinen Arbeiten gespielt, ein immer wiederkehrendes Motiv war hierbei jahrelang der Mensch als Marionette. Grund ist vielleicht der, dass es für mich so am leichtesten war, mir wichtige Themen wie zwischenmenschliche und gesellschaftliche Gefüge zu Papier zu bringen. Hier spielte der Mensch in sozialen Gefügen eine Rolle, seine Abhängigkeit und Hilflosigkeit, aber auch seine (Handlungs-)Macht und Freiheit. In den letzten Jahren begann dann die Natur eine größere Gewichtung für mich zu bekommen. Bäume, realistisch oder umrisshaft gezeichnet, Vögel, Blumen… Neue Motive, die ein gar nicht ganz so neues Thema zu streifen versuchen. Nur die Perspektive darauf hat sich verändert. Die Sehnsucht nach mehr Abstraktion und damit mehr Freiheit im Schaffen manifestiert sich in der neuen Serie „life lines“. Hier lasse ich Mensch wie Natur beiseite und konzentriere mich mehr auf das weniger Sichtbare dazwischen. Ein spannender Weg auch für mich selbst.“ (Birgit Pleschberger)

 

Lister der Künstler/innen in der Galerie Gmünd von 1993 bis 2019

 

 


CKBLICK 2017: 

 

 

MARTINA TSCHERNI
Zeichnungen, Malerei | Österreich, Mai bis Anfang August 2017

Durch die sensible Verknüpfung von Zeichnung und Stickerei entstehen bei Martina Tscherni aus akribischer Betrachtung resultierende Arbeiten, die von ihrer natürlichen Umgebung isolierte Elemente aus Flora und Fauna wiedergeben. In der Natur findet Tscherni die Motive für ihre Zeichnungen: Anatomisch korrekte Illustrationen von Gehirnwindungen, starke Vergrößerungen mikroskopisch kleiner Lebewesen und mächtige Bergsilhouetten, ineinander verwoben und die Bildfläche netzartig
überziehend. Auf monumentalen, 20 Meter langen Papierrollen breitet sich der unbegrenzte Formenreichtum von Organismen vor dem Betrachter aus – die Zeichnungen faszinieren dabei durch Detailreichtum und Präzision. Garn und Faden verlängern und vervollständigen bisweilen die Zeichnungen von Martina Tscherni und geben ihnen einen dreidimensionalen Charakter. Die gebürtige Tirolerin ist Absolventin der Meisterklassen für Tapisserie und Grafik an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien. Sie ist unter anderem Preisträgerin des STRABAG Bauholding Kunstförderpreises (2000) und des 33. Österreichischen Grafikwettbewerbs (2013). Martina Tscherni lebt und arbeitet in Wien. 


Die Ausstellung ist bis 2. August 2017 täglich von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.




AURELIA GRATZER & CHRISTOPH SCHIRMER

Zeichnungen, Malerei | Österreich, August bis Oktober 2017 

Aurelia Gratzer gehört zu einer Generation, deren Sehgewohnheiten von Fotografie, Film und Computerbild geprägt sind. Statt aber mit Videokamera oder Bildprogramm zu arbeiten, um uns so in fiktive, digitale Welten zu führen, nutzt sie entschlossen Leinwand, Pinsel und Farbe, bleibt damit der menschlich-körperlichen Welt verbunden. Sie greift digitale Sehgewohnheiten auf und nutzt sie zur eigenen malerischen Versuchsanordnung: Das Vermögen, die Wirklichkeit abzubilden, wird malerisch zurückerobert. (Ralf Borchard)

Christoph Schirmers aktuelle Bilder zeugen von einer Konzentration auf den Malprozess und die präzise Form. Außermalerische Referenzen, wie vor allem digitale Medien, Computergrafikprogramme mit Zeichen und Figuren, die in den Jahren zuvor entscheidende Aspekte der Bildkonzeption bei Schirmer waren, sind nun ausgespart. Intuitiv entwickelt der Künstler jedes Bild für sich, freie malerische Gesten füllen Bezirke auf der Leinwand auf, werden in strenge Flächensegmente eingefasst oder schweben frei darüber. Spitz zulaufende Vektoren überlagern ovoide Elemente, Negativ- und Positivform changieren. Die Freiheit der spontanen Geste wird gebremst und kanalisiert durch die rationale Konstruktion der Geometrie. Ein hybrides System macht sich breit, ohne einer bestimmten Formel zu erliegen. (Florian Steininger)

Zur Ausstellung: MMag. Julia Schuster, STRABAG Kunstforum

Vernissage: SA, 05. August 2017, 11.00 Uhr
Bei freiem Eintritt zu sehen bis 01. Oktober 2017, täglich von 10.00 bis 13.00 und 15.00 bis 18.00 Uhr




Markus Hofer, Brussels makes Europe, 2013
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